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Elf Stunden Videokurs zu Dividenden — lohnt sich der Zeitaufwand wirklich?

Weil hier ja Kurse besprochen werden, wollte ich eine Frage aufgreifen, die ich mir selbst vor dem Kauf gestellt habe: Ab wann rechtfertigt ein Kurs seine Länge. Elf Stunden Videomaterial sind eine Ansage, wenn man ohnehin zu wenig Zeit hat.

Es geht um die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, bekannt als Dividenden Backpacker. Über 65 Lektionen, elf Module, insgesamt eine Laufzeit jenseits der elf Stunden. Ich habe das komplett durchgearbeitet und kann inzwischen halbwegs beurteilen, wo die Zeit hingeht.

Meine Erwartung vorher war, dass ein guter Teil davon Füllmaterial ist. Bei vielen Kursen gehen zwei Stunden für Begrüßung, Werdegang und Motivationsteil drauf. Das ist hier deutlich kürzer als befürchtet, der Einstieg ist relativ nüchtern.

Wo die Zeit tatsächlich hingeht: in Beispiele. Ein erheblicher Anteil besteht daraus, dass konkrete Unternehmen durchgegangen werden, mit Zahlen, und zwar nicht nur als Vorzeigefall, sondern auch als Gegenbeispiel. Das ist der Teil, der sich nicht abkürzen lässt. Eine Kennzahl erklärt man in zwei Minuten. Zu zeigen, wann dieselbe Zahl unauffällig und wann sie ein Warnsignal ist, braucht ein Vielfaches davon.

Ob sich das lohnt, hängt aus meiner Sicht an einer einzigen Frage: Investiert man schon, oder nicht. Wer noch gar nichts hat, kann die Beispiele nicht einordnen und schaut sie eher passiv. Wer bereits ein Depot hat und beim Durcharbeiten die eigenen Positionen danebenlegt, für den ist genau dieser Teil der Kern.

Ich gehöre zur zweiten Gruppe und habe während des Kurses vier Positionen aussortiert. Nicht weil sie im Minus standen, sondern weil ich zum ersten Mal begründen konnte, warum sie nicht in meine Auswahl gehören. Das allein hat für mich den Zeitaufwand gerechtfertigt.

Praktisch: Die Lektionen sind kurz genug, dass man sie in Zwischenzeiten schafft. Ich habe knapp sieben Wochen gebraucht, mit ungefähr drei Einheiten pro Woche und der Vorgabe, nach jedem Modul etwas am eigenen Depot anzuwenden. Wer nur durchschaut, ist an einem langen Wochenende fertig und hat davon vermutlich wenig.

Dazu gehört ein Newsroom-Zugang, über den weiteres Material bereitgestellt wird, was bei einem datenlastigen Thema sinnvoll ist. Bezahlt wird einmalig, es ist nichts, was monatlich weiterläuft. Der Anbieter gibt an, dass die Teilnehmerzahl inzwischen jenseits von 700 liegt.

Was ich vermisst habe: Ein kompakter Schnelldurchlauf für Leute mit Vorwissen wäre hilfreich gewesen. Man muss sich die relevanten Stellen selbst zusammensuchen, wenn man Grundlagen bereits sicher beherrscht. Und wie erwähnt fand ich den Verkaufsteil gemessen an seiner Bedeutung etwas knapp.

Zum Thema Erwartungen, weil das in Kursbesprechungen gern untergeht: Das Verfahren macht Aktien nicht sicher. Kursverluste können erheblich ausfallen und lange anhalten. Dividenden werden jährlich neu beschlossen und in Krisen gekürzt oder gestrichen. Und selbst wenn alles gut läuft, reden wir über einen Aufbau über viele Jahre. Ein Kurs beschleunigt das Lernen, nicht die Zeitachse.

Transparenz: Mein Link ist ein Partnerlink, bei einem Kauf verdiene ich mit. Wer die Kapitelliste anschauen will, bekommt sie beim Anbieter im Volltext. Wer lieber selbst sucht, findet ihn über den Namen.

Für unsere Zielgruppe hier noch ein Punkt: Der zeitliche Aufwand nach dem Kurs ist gering. Das Lernen kostet Wochen, die laufende Pflege danach vielleicht eine Stunde im Monat. Das ist ein besseres Verhältnis als bei den meisten anderen Einkommensideen, die hier diskutiert werden, wo der Aufwand dauerhaft bleibt.

Was ich anders machen würde, wenn ich nochmal anfinge: Ich hätte die Module in der vorgegebenen Reihenfolge lassen sollen. Ich habe zwischendurch vorgespult, weil mich ein bestimmtes Thema interessierte, und musste später zurück, weil die Begründung dafür in einem früheren Modul steckte.

Was den Zeitaufwand angeht, sollte man außerdem einrechnen, dass man nach dem Kurs nicht fertig ist. Die Auswahl der ersten Werte hat bei mir noch einmal mehrere Abende gekostet, weil man die Prüfschritte am Anfang langsam durchgeht. Erst nach etwa zehn Unternehmen ging es zügig, und ab da war der Aufwand pro Kandidat wirklich klein.

Wie geht ihr an längere Kurse ran? Am Stück oder mit fester Wochenportion? Und wendet ihr das Gelernte parallel an, oder erst nach dem Durchlauf komplett?